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Nikolaikirche Grasdorf

Hildesheimer Straße 39
31188 Holle-Grasdorf

Öffnungszeiten
Täglich 8.00 bis 18.00 Uhr
Beschreibung
Die Nikolaikirche ist die älteste der beiden vorreformatorischen Grasdorfer Kirchen. Beide Kirchen sind seit 2011 Autobahnkirche und haben seitdem täglich von 8 bis 18.00 Uhr geöffnet. Es ist einmalig in Deutschland, dass zwei alte Dorfkirchen in einem Ort gemeinsam eine ökumenische Autobahnkirche wurden. Seit 2014 hat die Nikolaikirche zusätzlich auch als erste Radwegekirche am Innerste-Radweg die Türen für die Radwanderer geöffnet. Die Nikolai-Kirche wurde erstmals im Jahr 1178 urkundlich erwähnt. Der Glockenturm ist sicherlich der älteste erhaltene Bauteil der Kirche.

Der Turmraum mit einem sehenswerten Kreuzgratgewölbe hat im Laufe der Zeit verschiedene Verwendungszwecke gehabt. Der Zugang zur Kirche ist derzeit noch zugemauert. Die Kirchengemeinde plant jedoch noch 2014 die Tür wieder zu öffnen und den Raum als Andachtsraum herzurichten und zu nutzen. Die älteste Glocke im Landkreis Hildesheim stammt aus dieser Kirche und wird auf das Jahr 1205 datiert. Sie ist seit 1911 im Hildesheimer Römer- und Pelitzaeusmusem ausgestellt. Die Kirche ist im Laufe der Jahrhunderte immer wieder umgebaut und verändert worden. Die heutige äußere Form stammt wohl aus dem Jahr 1765, was an einem südlichen Fenster außen abzulesen ist. Die letzte größere Veränderung am Kircheninnenraum fand 1960 statt und ist heute noch so vorzufinden. Der Barockaltar war ursprünglich ein sogenannter Kanzelaltar und stammt aus dem Jahr 1730. Der Altar zeigt neben vielen Engeln Gestalten aus dem Alten und Neuen Testament und stammt aus der Werkstatt J.H. Fahrenholz in Bockenem. Die Kanzel selbst war bis 1960 oberhalb des alten Altartisches eingebaut und trägt noch den Namen der Stifterin mit der Angabe des damals gestifteten Betrages. Altar und Kanzel wurden 2001 restauriert und in der Farbgebung der Originalbemalung angepasst. Seit dem letzten Innenumbau sind neben der Orgelempore zwei sehenswerte Buntglasfenster aus dem Jahr 1911 leider nur etwas versteckt zu finden. Sie zeigen an der Nordseite Jesus Christus als den guten Hirten und auf der Westseite den Reformator Martin Luther. Beide Fenster sollen wieder sichtbar in die Fensteröffnung über den Bänken versetzt werden. Eine Orgel wurde in der Nikolaikirche erstmals 1836 nachgewiesen. Sie hatte sich allerdings als nicht zuverlässig erwiesen und wurde deshalb 1913 ersetzt. Das neue Instrument wurde von der hanno-verschen Orgelbaufirma Furtwängler & Hammer geliefert und in den alten Orgelprospekt eingebaut. Auch die Orgel wurde dem damaligen Zeitgeschmack entsprechend oft umgebaut und klanglich verändert. 2008 ist es der Kirchengemeinde gelungen, mit Hilfe von Spenden und mit Zuschüssen, die Orgel zu restaurieren und in den Originalzustand zurückzubauen. Die Arbeiten wurden von der Orgelbauwerkstatt Christopf Grefe aus Ilsede ausgeführt. Bei der Orgel handelt es sich um ein pneumatisches Instrument mit zwei Manualen, Pedalklaviatur, 19 Registern und fast 1000 klingenden Pfeifen. Als keine Besonderheit besteht die Möglichkeit auch Orgelmusik außerhalb der Gottesdienstzeiten zu hören: Hierfür gibt es einen kleinen Knopf neben dem Anliegenbuch unter der Orgelempore, mit dem dann drei Stücken, die bei einem Konzert mit der Orgel aufgenommen wurden, abgespielt werden. An der Südseite der Kirche wurden im Altarraum auf Höhe des Taufsteins durch Restauratoren Fragmente von Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert freigelegt. Es handelt sich hierbei um Reste der Erstbemalung der Kirche. Die Kirchengemeinde möchte Teile davon im Bereich des Fensters als Blick in die Vergangenheit zu einem späteren Zeitpunkt freilegen lassen. Der Taufstein wurde 1962 gestaltet und trägt eine Abdeckung aus Messing mit dem Symbol der Taube. Zu den ältesten Ausstattungsgegenständen der Nikolaikirche gehören die Abendmahlskelche und Altarleuchter aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Sie werden heute verschlossen aufbewahrt und sind in der Kirche nur zu besonderen Gottesdiensten zu sehen und im Gebrauch. Ihren Namen Nikolaikirche hat die Kirche übrigens erst um 1974 erhalten. Nach der Reformation verloren Kirchen oft ihren Namen. Einer Kirche ohne Namen fehlt jedoch etwas. Weil Kirchen mit dem Namen Nikolaus häufig an alten Handelswegen liegen und weil der Heilige Nikolaus ein Freund der Kinder war und dies auch das Anliegen der Kirchengemeinde ist, bekam die evangelische Kirche den Namen Nikolai (Genitiv von Nikolaus). Im Außenbereich der Kirche wurde auch an Rastplätze gedacht. Eine Sitzgruppe befindet sich unter den alten Linden. Für die Radwanderer ist ein Fahrradparkplatz eingerichtet worden. Die Kirchengemeinde wünscht allen Gästen einen erholsamen Aufenthalt in und um die Niklolaikirche und das Pfarrhaus herum.
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